Wiegen

Wiegen


 

 

 

Durch die Verwiegung wird die Menge eines zu verwiegenden Guts bestimmt. Es steht eine große Bandbreite an Methoden und Verfahren zur Verfügung. Hierbei lässt sich nicht nur die Masse bestimmen, sondern - insbesondere bei kontinuierlichen Prozessen - auch die Förderleistung.
Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten, soll im Folgenden eine Eingrenzung getroffen werden, die es ermöglicht, das passende System für Ihre Anwendung zu identifizieren. Hierbei sind wir auch auf Ihre Mithilfe angewiesen. Je genauer System, Anforderungen und Randbedingungen definiert werden, umso besser lässt sich ein Lösungsweg finden.
Die erste Frage lautet: Wo wollen wir überhaupt hin? Bei der Beantwortung dieser und der folgenden Fragen stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.

Produktspezifikation

Die genaue Spezifikation des Produkts ist von großer Bedeutung.

Jedes Schüttgut hat seine eigenen Eigenschaften und verhält sich anders als andere Produkte. Durch langjährige Arbeit mit unterschiedlichsten Produkten, können wir auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Trotzdem begegnen wir täglich neuen Herausforderungen und sind auf die Angaben der Betreiber angewiesen.

Es lautet zunächst also die Frage: Welche Produkte sollen verwogen werden? Und mit welchen Produkteigenschaften haben wir es zu tun?

Je größer die Bandbreite an Produkten, desto anspruchsvoller die Aufgabe. Und je genauer die Spezifikation der Produkte, desto besser lässt sich das Verhalten vorhersagen.

Das heißt, wir benötigen von Ihnen eine genaue Beschreibung der Produkte. In vielen Fällen kann auch die Zusendung eines Musters bei der Auswahl des geeigneten Wiegesystems helfen.

Falls zukünftig auch noch andere Produkte in Frage kommen, sollten diese natürlich auch spezifiziert werden.

In unseren Testanlagen können wir verschiedene Produktmuster testen und so eine zuverlässige Aussage über die Anwendbarkeit der angebotenen Systeme machen.

Dimensionierung

Die Dimensionierung eines Systems sollte auch zukünftige Erweiterungen berücksichtigen.

Welche Massenflüsse sollen verwogen werden? Auf welche Größe soll das System ausgelegt werden?

Durch die Angabe der Größe oder des Leistungsbereichs wird die Größe der Wiegetechnik bestimmt. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass jedes Wiegesystem einen Nennbereich definiert. Dieser Nennbereich gibt die Grenzen nach oben und unten an. Um reproduzierbare und genaue Ergebnisse zu erzielen, ist es von großer Bedeutung, das System auf die richtige Größe oder Förderleistung auszulegen.

Je größer z.B. der Rohrdurchmesser, desto mehr Leistung lässt sich fördern. Man sollte aber bedenken, dass sich hierdurch auch die untere Grenze des Bereichs verschiebt.

Darüber hinaus sollte auch berücksichtigt werden, ob in Zukunft vielleicht eine Erweiterung geplant ist und ob es Sinn macht, das System gleich auf diese Erweiterung auszulegen.

Verwendung

Welche Aufgaben soll das Wiegesystem erfüllen?

Für welche Zwecke und Aufgaben will ich das Wiegesystem nutzen und was soll es leisten können?

Wird z.B. ein eichfähiges System benötigt oder lediglich eine Kontrollwaage?

Soll es kontinuierlich oder diskontinuierlich arbeiten?

Die Antworten auf diese Fragen haben einen großen Einfluss auf die Entscheidung für das richtige System. Neben der Leistungsfähigkeit spielt oft die Wirtschaftlichkeit eine Rolle.

Bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes System stellt sich dann die Frage: Wie wichtig ist eine bestimmte Funktion oder Eigenschaft für meinen Prozess?

Integration

Die Integration einer Komponente wird über seine Schnittstellen realisiert.

Die Frage nach der Integration ist immer die Frage nach den Schnittstellen eines System. Hierbei sind sowohl die mechanischen als auch die elektrischen Schnittstellen gemeint. Je einfacher und standardisierter eine Schnittstelle aufgebaut ist, umso leichter lässt sich die dazugehörige Komponente integrieren.

Darüber hinaus sollte auch die Frage nach der Integrationstiefe gestellt werden. Dank forschrittlicher Automatisierung und Digitalisierung besteht eine große Vielfalt an Möglichkeiten. Doch welche Möglichkeiten sollen tatsächlich realisiert werden? Was macht Sinn? Was bringt einen echten Mehrwert? Und was ist überhaupt noch wirtschaftlich vertretbar?

Genauigkeiten

Bei der Angabe der Messtoleranz sollte eine sinnvolle Zielsetzung erwogen werden.

Eine der wichtigsten Zielsetzung beim Wiegen ist es, hohe Genauigkeiten im Messergebnis zu erreichen, d.h. je genauer das Ergebnis, desto besser die Wiegetechnik.

Allerdings sollten hierbei einige Aspekte betrachtet werden:

1. Je näher man der 0-Toleranzgrenze kommt, umso stärker nehmen auch die Investitionskosten zu. Jedes Zehntel muss teuer erkauft werden.

2. Die Empfindlichkeit steigt mit zunehmender Genauigkeit. So kann eine Wägetechnik eine sehr niedrige Messtoleranz erreichen, aber die Umgebungsbedingungen gar nicht auf diese Messtechnik abgestimmt sein.

3. Welche Auswirkung hat die Genauigkeit auf meinen nachfolgenden Prozess? Setzt man z.B. eine diskontinuierliche Wägetechnik ein, müssen die nachfolgenden Prozessschritte auch den diskontinuierlichen Massenstrom verarbeiten können.

4. Genauigkeiten, die unter Laborbedingungen erreichbar sind, sind unter Praxisbedingungen oftmals nicht mehr realisierbar. Deshalb sollte das System robusten Anwendungen und praktischen Hürden gewachsen sein. Denn was hilft einem eine sehr niedrige Abweichung im Modellversuch, die im normalen Betrieb nie erreicht wird?

Wir empfehlen daher im Vorhinein eine vernünftige Betrachtung der Ziele und Grenzen vorzunehmen, d.h. was das System unter welchen Randbedingungen leisten soll und was es nicht leisten soll.

Typische Anwendungen

Die folgenden Anwendungen werden typischerweise mit den Systemen von FRIEDRICH electronic umgesetzt. Insbesondere die Optimierung von kostenintensiven Prozessgrößen bietet enorme Potentiale.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie eine Beratung für Ihre Anwendung benötigen.

 Überwachung von Prozessen durch die Erfassung von Massenströmen

Hierbei wird ein kontinuierliches Wiegesystem dazu eingesetzt einen Prozess zu überwachen. Die Erfassung eines Massenstroms liefert Informationen darüber, welchen Auslastungsgrad der Prozesses hat bzw. welches freie Potential im Prozess verfügbar ist. Durch die kontinuierliche Überwachung können Störungen schnell erkannt und beseitigt werden. Der Benutzer kann z.B. von der Schaltwarte aus eine wesentlich größere Anzahl von Prozessdaten im Auge behalten. Diverse Prozesse lassen sich darüber hinaus leichter automatisieren.

Überwachung von Siloständen und Erkennen des zukünftigen Bedarfs

Durch die Mengenerfassung können Silostände erfasst und gebucht werden. Der Benutzer erkennt so viel leichter, wann welche Produkte nachbestellt werden müssen bzw. wann ein vorgelagerter Prozess mit der Produktion beginnen muss. Dies reduziert die Komplexität und zentralisiert den Vorgang auf eine bestimmte Stelle.

Ermittlung von Kenngrößen und Zielvorgaben

Mithilfe der Mengenerfassung können Zielvorgaben überprüft werden. Wann ist mit einer bestimmten Produktionsmenge zu rechnen? Wann wird ein Sollwert erreicht? Nach welcher Zeit kann ich mit einer Menge kalkulieren?

Frühzeitige Fehlererkennung und Vermeidung von Standzeiten

Um Fehler rechtzeitig zu erkennen, müssen die Prozessdaten schnell zur Verfügung stehen. Nur durch die ständige Überwachung und zeitnahe Verfügbarkeit von Prozessdaten wie der Produktleistung, können Ausfälle von Verarbeitungsschritten frühzeitig erkannt und behoben werden. Dies vermindert Standzeiten des Produktionsprozesses und erhöht die Auslastung des Prozesses.

Berechnung der Prozess-Ausbeute

Bei vielen Prozessen muss eine Ausbeute des Erzeugnisses überwacht werden. Erst dadurch lassen sich Komponenten, Maschinen und Aktoren so justieren, dass die Ausbeute optimiert wird. Umso schneller ein Wert zur Verfügung steht, umso besser lässt sich der Prozess auf diese Größe optimieren. Der Benutzer kann Abhängigkeiten leichter erkennen und den besten Leistungsgrad herausfinden. Hierzu stehen diverse zusätzliche Hilfsmittel zur Verfügung.

Verladung von Schüttgütern und Vermeidung von Überladung

Bei vielen Verladeprozessen steht keine unmittelbare Verwiegung zur Verfügung. Oftmals besteht das Problem, dass häufige Überladungen den ganzen Verladeprozess bremsen, die überladene Menge muss wieder aufwändig abgeladen werden. Hierbei kann ein kontinuierliches System die Befüllung erheblich erleichtern. Durch den Einsatz einer Durchlaufwaage kann eine bestimmte Verlademenge vorgewählt und eindosiert werden. Die geeichte Verwiegung findet dann im nachfolgenden Schritt statt, wenn die eigentliche Verladung bereits stattgefunden hat.