Die Automatische Netzungssteuerung NC8 – Modernisierung eines Erfolgsmodells

Die Automatische Netzungssteuerung NC8 - Modernisierung eines Erfolgsmodells

Die Netzung spielt innerhalb der Getreidevorbereitung einer Mühle eine wichtige Rolle. Auf die Vermahlung übt sie einen großen Einfluss aus, da die Trennung von Mehlkörper und Schale durch die Wasserzugabe begünstigt wird. Darüber hinaus wird die Mehlfeuchtigkeit beeinflusst und eine gleichmäßige Vermahlung ermöglicht. Je gleichmäßiger die Eingangsfeuchte vor der Vermahlung, desto störungsfreier kann auch die Mühle betrieben werden. War früher oft eine manuelle Wasserzugabe angeschlossen, kommt heutzutage in den meisten Fällen eine kontinuierliche Feuchtemessung mit automatischer Wasserregulierung zum Einsatz. Dies gewährleistet, dass auch bei sich verändernden Ausgangsfeuchten die Endfeuchte des genetzten Getreides auf einem konstanten Niveau bleibt.

Die Firma FRIEDRICH electronic, Lollar widmet sich seit mehreren Jahrzehnten der Entwicklung und Produktion von automatischen Netzungssteuerungen. Hierbei wurden mehrere Gerätegenerationen durchlaufen. Vor kurzem hat die FRIEDRICH electronic eine neue Generation auf den Weg gebracht, die die Baureihe NC6 durch die neue Baureihe NC8 ablöst. Im Folgenden wird auf die Neuerungen dieses Systems genauer eingegangen.

Zentraler Punkt der neuen Generation ist die modernisierte Auswerteeinheit. Diese verfügt über die klassischen Funktionen zur Messung, Darstellung und Justierung des Feuchtegehalts. Sie orientiert sich am gewohnten Design des Vorgängers, bringt aber ein Farb-Touch-Display mit intuitiver und leicht zu verstehender Bedienung mit. So findet sich auch ein Benutzer ohne Erfahrung leicht mit dem Gerät zurecht. Für die Kalibrierung der Messwerte stellt das Gerät zusätzlich einen kleinen Assistenten zur Verfügung, der den Benutzer im Dialog durch die einzelnen Schritte leitet. So können Fehleinstellungen sehr einfach vermieden werden.

Weitere Features der Steuerung sind eine einfach zu bedienende Vornetzfunktion mit Trocken- und Konstantvorlauf (zeit-gesteuert). Ein Alarmspeicher verrät, wann Fehler eingetreten sind und behoben wurden. Mithilfe des Regeldiagramms lässt sich außerdem die Regelgüte sehr einfach ermitteln und optimieren. Auf den Einsatz eines kapazitiven Getreidesensor wird in Zukunft verzichtet, aufwändige Justierung des Sensors entfällt, die Freigabe findet über eine parametrierbare Fehlerprüfung statt und kann bei Bedarf auch von externen Signalen freigegeben werden.

Die Auswerteeinheit verfügt über alle gängigen Schnittstellen und kann so in automatisierten Mühlensteuerungen sehr einfach eingebunden werden. Das Gerät bringt als besonderes Feature ein leistungsfähiges Datenspeichermodul mit, das alle Messdaten auf einer steckbaren SD-Karte im CSV-Format speichert. Die Daten können in Excel importiert werden oder mithilfe eines übersichtlichen Diagramms am Display aufgerufen werden. So kann der Benutzer jederzeit prüfen, was sich in der letzten Nacht, in der letzten Woche oder vor einem Jahr ereignet hat.

Mithilfe der Geräteinternen Ethernet-Schnittstelle und eines Webservers kann das Display auf die Browseroberfläche eines PCs oder mobilen Endgeräts gespiegelt werden. So hat der Schichtmüller jederzeit Zugriff auf die Prozessdaten. Es ergeben sich darüber hinaus einfache Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Fernwartung des Systems.

Darstellung auf einem Smartphone

Aufgrund seiner vielfältigen Schnittstellen ist die Auswerteelektronik mit allen Vorgänger-Modellen kompatibel und kann auch an ältere Messstrecken und Wasserdosiereinheiten angeschlossen werden. So können bestehende Systeme sehr einfach und modulweise modernisiert werden.

Die Getreide-Messstrecke hat in der neuen Baureihe ein verbessertes Wiegesystem zur Verfügung, das in Bezug auf niedrigen Verschleiß und Unabhängigkeit von Schüttguteigenschaften optimiert wurde. Die Messung des HL-Gewichts wird nun durch ein größeres Messvolumen und eine verbesserte Zuführung gekennzeichnet. Im Bereich der Wasserdosiereinheit kommt ein hochgenauer magnetisch-induktiver Wasserzähler (keine beweglichen Innenteile) mit Live-Display zum Einsatz. Neben dem automatischen Regelventil steht nun ein Nadelventil zur manuellen Wasserdosierung für Wartungsintervalle zur Verfügung.

Nicht zuletzt durch Verbesserung vieler weiterer kleiner Details stellt die Automatische Netzungssteuerung NC8 die Getreidenetzung auf ein neues Qualitätsniveau.

Hier geht es zur Beschreibung des Geräts

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